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Freitag, 13. November 2015

Freitag der 13te

An manchen Tagen wünsche ich mir, morgens nicht aus dem Bett zu müssen. Die Wet hinter meiner Zimmertür und dem großen Fenster, durch welches ich sonst in den Garten schaue, verschließen zu können. Einfach dort draußen Alles geschehen lassen und davon unberührt und schwerelos zu sein.
 Doch so geht es mir nie an einem Freitag den 13ten. 
Man müsste meinen, ich als abergläubische kleine Hexe würde beim Gedanken an einem Freitag den 13ten raus zu gehen komplett durchdrehen, aber so ist es nicht. 
 An solchen Tage unternehme ich gerne etwas. 
Dieser Tag hat auf mich eine verkehrte Wirkung, vielleicht liegt es an meinem Hang zum Drama und verkorksten Situationen, aber ich provoziere diesen Tag und bisher bin ich damit immer gut gefahren. 
 Während der Schulzeit z.B. schrieb ich an den Tagen die besten Klausuren, was vielleicht daran lag das der Rest sich so überfahren fühlte von dem Tag und ich einfach nur eine der wenigen war, die diesen Tag gefeiert hat. 
 Ich lasse mich davon nie ausbremsen. 
Ich renne quasi auf ihn zu und frage mich was er für mich alles vorbereitet hat und freue mich schon irgendwie drauf diesem Tag zu zeigen, dass egal was er für mich bereit hält, ich es überstehen werde.
Und so saß ich heute beim Frühstück und überlegte was könnte schief gehen? Abgelaufene Milch in meinem Schwarztee, auf den ich mich vorhin so gefreut habe, wäre wohl noch die kleinste Gemeinheit, wenn ich keine morgendliche Zigarette finden würde, wäre ich schon erboster oder wenn ich den Zug nach Bonn verpassen würde, müsste ich wohl Frustshoppen.
Nichts davon geschah. Es war ein ganz normaler harmonischer Morgen.
 Ich rauchte bei einer Tasse schmackhaftem schwarzem Tee meine morgendlich Zigarette, nachdem ich mir ein ganzes Brötchen mit Tomate habe schmecken lassen und bekam den Zug, der sogar wider erwarten pünktlich kam. 

Im Zug sitzend schaute ich mich um, es ist Freitag und man sieht viele Reisende die vermutlich nach Düsseldorf zum Flughafen oder dem Kölner Hauptbahnhof wollen. Ich setze mich auf einen Sitz ziehe meine Jacke aus streiche über meine BussardFeder, die ich immer an meinem Pink-Schwarzen Rucksack trage und wünsche mir einen angenehmen Freitag den 13ten.

Die Feder habe ich mal vor einem sehr vornehmen Hotel auf einer riesigen perfekt-gepfegten Wiese gesehen. 
Obwohl ein riesiges Schild darauf stand auf dem geschrieben stand: „BETRETEN VERBOTEN“ lief ich schnell hinüber hob sie auf und huschte zurück. Ich betrachtete sie erst als ich wieder von der Wiese runter war und sicher sein konnte, dass mich niemand gesehen hat. Ja, manch einer lacht jetzt sicherlich, aber solche Situationen können mich schon aus der Bahn werfen. 
Aber diese Feder sah schon von weitem so groß aus, dass ich sie unbedingt haben musste.

In meiner Hand erkannte ich erst wie schön sie war. In einer schönen Caramelfarbe und mit dunkelbraunen Streifen.
Naja und seit dem Tag schmückt sie meinen Rucksack und erinnert mich daran, dass man auch manchmal etwas wagen muss und gibt mir ein kleines Stückchen Mut und Freiheit.
Wo war ich denn... ach im Zug genau… Ich vergesse ziemlich
oft das ich im Zug sitze wenn ich schreibe...ich versinke manchmal so sehr in Gedanken, dass ich mich dabei erwische wie ich Leute einfach total ausdruckslos anstarre und sie hektisch und nervöse weggucken. 
In solchen Moment muss ich darüber schmunzeln wie viel Angst manche Menschen haben, angesehen zu werden. Ich versuche mir dann vorzustellen warum? Haben die ein dunkles Geheimnis und fühlen sich durchschaut? Oder sehe ich tatsächlich so böse aus?
Am schönsten ist immer wenn ich mit einem Ruck, der durch meinen ganzen Körper geht ,aus dem Tagtraum gerissen werde und die Person mir gegenüber oder nebenan vor Schreck einfach mitzuckt. Innerlich muss ich dann immer lächeln. 

Freitag und es ist kurz nach 10 Uhr, natürlich ist der Zug voll. Doch bisher lief alles gut ich habe sogar irgendwo zwischen den ganzen Menschen doch noch einen freien Sitzplatz gefunden. 
Mir macht es nichts aus neben Fremden zu sitzen, meinen Laptop auszupacken und loszuschreiben oder Bilder zu bearbeiten. 
Ich mag es sogar ganz gern, denn man kann dabei zu sehen, wie sie immer wieder verstohlene Blicke rüber werfen.
Ja der Mensch ist eben doch ein ziemlich neugieriges Lebewesen, aber ich hab nichts zu verstecken, also tippe ich munter weiter, denke darüber nach, was ich euch zu meinen Freitagen, die auf einen 13ten fallen erzählen kann und stelle fest es ist eigentlich alles gesagt.

Diese Tage erinnern mich einfach daran, dass vieles Kopfsache ist, auch wenn ich unglaublich abergläubisch bin (ist mir in meiner Kindheit wohl so eingebläut worden) denke ich doch, dass wir uns dem nicht ergeben müssen und so feier ich diesen Tag eigentlich mehr als das ich ihn fürchte und stürze mich ins vermeintliche Drama um es zu bewältigen ;) an einem eigentlich ganz normalem Freitag!

Küsschen, Eure Moana <3